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vom mixtape zum leben

Thomas Hübener schreibt in der aktuellen Spex über digitale Mixtapes und die Rolle, in die der Rezipient gezwängt wird. Der Zuhörer wird zum Produzenten. Der Verleger/Produzent/Hersteller/Labelboss/Trendscout/Journalist/Brötchenverkäufer/… (die Liste lässt sich endlos weiterführen und ist auf alle Lebensbereiche übertragbar) trägt keine Verantwortung mehr. Kunst on demand. Eine treffende Beobachtung:

„Anders als beim persönlichen Mixtape bleiben böse Überraschungen – zum Beispiel das U2-Stück auf dem Bitte-komm-zurück-Tape – aus. Der Haken: gute Überraschungen leider auch. Oder genauer: Überraschungen bleiben überhaupt auf der Strecke. Und das ist eine Signatur unserer Zeit. Die Reibung an etwas, das nicht auf den ersten Blick gefällt, fällt zunehmend weg. Deshalb kauft oder klickt man lieber, was Kunden kauften oder klickten, die kauften oder klickten, was man selbst kaufte oder klickte. Das Bewusstsein, dass die Liebe zu einem Künstler auch mit Arbeit verbunden sein kann, dass man sich ein Stück manchmal schönhören muss, oder – übertragen auf Literatur – dass man sich durch die ersten 100 Seiten eines Buches vielleicht ein wenig quält, dann aber umso höheren Lohn erhält, ist im Schwinden begriffe. Das Kunsterlebnis wird mit so viel Gleitgel bestrichen, dass es auch die letzten Reste von Konfrontativität und Gefahr verliert. Das leistet einer Skipatasten-Mentalität Vorschub, die alles, was nur ein wenig anders ist als gewohnt, ausblendet. Kann das gut sein?“
(Thomas Hübener, Digitaler Bandsalat, erschienen in Spex #337)

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fräuleingeplauder

Vor einiger Zeit habe ich mich über das Missy Magazin unterhalten und wir kamen in diesem Zuge auf Fräulein zu sprechen. Was hat es mit dem neuen Magazin auf sich? Ist es eine echte Konkurrenz für Missy? Vor allem ist es viel günstiger und im Zeitschriftenregal viel präsenter. Also habe ich mich auf zum nächsten Kiosk gemacht und in die zweite Ausgabe hineingelesen.

Und ich muss sagen: Enttäuschend.

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