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zwitschernde scheinöffentlichkeit

Eine Twitterwall verhält sich zum Großereignis wie der Jutebeutel zum Großstädter: Wer mitschwimmen will im Coolnessbecken, sollte eine(n) haben. Und so projizert auf jeder großen, mittelgroßen und kleinen Konferenz, bei jeder Diskussionsrunde und überall dort, wo es um „irgendwas mit Medien“ geht, ein Beamer die getwitterten Statements an eine Wand. Damit alle teilhaben können an dem, was die Twitterer unter sich kommunizieren.

Nur der Oberhipster macht wieder alles anders: Die analoge Twitterwall auf der re:publica 2012 (via Spreeblick).

„Twitterer unter sich“ –  an sich ist das eine paradoxe Aussage.

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wer ist hier eigentlich kein berliner?

Kreativ, ständig beschäftigt, immer auf der Suche nach irgendetwas – und erschöpft. Erschöpft und unglücklich in der Alles-ist-möglich-Welt. Die Figuren in Jörg Albrechts Roman Beim Anblick des Bildes vom Wolf suchen ihr Lebensglück. Und wo sollte man suchen, wenn nicht in der Hauptstadt der Kreativen, in der Stadt, die niemals schläft. Heute. Jetzt. Morgen. Also in Berlin. Dass es ein Berlin-Roman ist, ist ab den ersten Sätzen klar. Auch, wenn eine echte Verortung erst spät im Buch folgt.

Wer sich bei dem Titel auf eine dunkle Geschichte in schattigen Wäldern und nächtlichen Straßen gefreut hat, wird enttäuscht. Albrechts Roman glänzt und glitzert an der Oberfläche, auch bei Nacht und vor allem bei Nacht. Weiterlesen