Getagged: fernsehen

die öffentlich-rechtliche mär einer natürlichen gesellschaft

Als gestern Nacht zwischen 23.10 Uhr und 0.25 Uhr laute Empörungsrufe aus meinem Wohnzimmer erschallten, war es mitnichten ein Fußball-Fan der die Zusammenfassung des DFB-Pokal Spiels vom Abend sah. Nein. Ich habe vielmehr versucht, die Gesellschafts-Talkrunde Menschen bei Maischberger zu sehen.

Thema sollte der baden-württenbergische Bildungsplan sein, der vorsieht sexuelle Vielfalt im Unterricht zu behandeln. Nur – leider ging es nicht darum. Weiterlesen

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… und am ende der show ist da soviel ungutes gefühl

Für diesen Post muss ich ein wenig ausholen.

Im Frühjahr startete Roche und Böhmermann auf zdf.kultur. Dass es keine einfache Fernsehshow werden wird, war den Moderatoren klar, war den Machern klar, war dem ZDF klar. Charlotte Roche war Musikfernsehmoderatorin als Musikfernsehen noch Punk war. Sie hat nackt mit Bela B. gesungen (also zumindest im Video). Zuletzt hat sie als sogenannte Skandalautorin auf sich aufmerksam gemacht. Jan Böhmermann gehört zu den jungen Wilden: Er war Sidekick bei Harald Schmidt, moderierte die Außenwetten von Wetten dass… ?, macht unangepasste Radiosendungen und tingelt mit Klaas Heufer-Umlauf und einem Liveprogramm durchs Land.

Es war also klar, dass es nicht einfach werden würde, wenn diese beiden Moderatoren durch eine Talkshow führen wollen. Zumal das Konzept ebenfalls nicht unbedingt als angepasst gelten kann: „Rauchen, Saufen, Diskutieren Streiten Reden Unterhalten Fremdschämen“

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rock´n´roll am sonntagabend

Der Tagesspiegel berichtet von furchtlosen Kriegern, die unterwegs sind im deutschen Fernsehen. Genauer im deutschen Spartenfernsehen. Was schade ist, denn Charlotte Roche und @Jan Böhmernann revolutionieren zwar nicht das Fernsehen, wie es im Pressetext heißt, aber sie sind Moderatoren des sicher interessantesten und kurzweiligsten Fernsehformate der vergangenen Jahren.

Während Günter Jauch in der ARD durch seine perfekt geplante Talkshow führt, versuchen Roche & Böhmermann auf zdf.kultur ihre fünf Gäste aus der Maschinerie einstudierter PR-Strategien zu locken. Das gelingt nicht immer, aber das macht nichts. Denn Scheitern gehört hier genauso dazu wie der Zigarettenqualm und der Wiskey, der den Gästen serviert wird. Bestenfalls entwickeln sich packende Gespräche, schalten sich alle Gäste in alle Gespräche ein, stellen Fragen und kritisieren auch mal offen die Moderatoren. Weiterlesen

sympathien für singende loser

Kann mir einer verraten, warum ich Glee verfallen bin? Zwei Staffeln lang habe ich pubertierenden amerikanischen Teenagern dabei zugesehen, wie sie sich verlieben, wie sie einander den Freund ausspannen, wie sie um Anerkennung kämpfen, wie sie von den Mitschülern „geslusht“ werden. VIERUNDVIERZIG Folgen. Ich kann die dritte Staffel kaum erwarten. Und ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin.

Auch wenn die Kassiererinnen bei REWE mich regelmäßig mindestens 10 Jahre jünger schätzen, bin ich doch eigentlich den Highschoolmovies entwachsen. Und Glee hat vieles davon: Es gibt den Quarterback, die schöne Cheerleaderin, ihre zwei hübschen, aber dummen Freundinnen, die Außenseiterin, denn Outlaw und „the Asian-Guy“. Glee bedient sich aller Klischees und Stereotypen. Treibt sie bis zur Spitze, um dann mit ihnen zu brechen.

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