Getagged: facebook

engel links, teufel rechts … oder so

Zur Zeit herrscht eine ziemliche Aufregung, wenn es um „das Internet“ geht: Google ändert zum 1. März seine Datenschutzbestimmungen, Facebook führt die Chronik sukzessive für alle ein und ein deutscher Politiker prophezeit den Untergang der Netzkultur. Letzteres wird definitiv nicht eintreten, für Erstaunen hat die Aussage dennoch gesorgt. Eine weit hitzigere Diskussion wird derweil um die ersten beiden Punkte geführt.

Vereinfacht gesagt stehen sich zwei Positionen gegenüber: Die Sorglosen und die Besorgten. Den Sorglosen ist es egal, dass Google und Facebook munter Daten sammeln. Nutzen können die Firmen sowieso nur die wenigsten Informationen und was in Zukunft damit passiert, ist … nun mal Zufkunftsmusik. Die Besorgten hingegen sehen hinter jeder 0 und 1, die sie im Netz hinterlassen, einen Angriff auf ihre Persönlichkeit und es gilt für sie, die Hoheit über alle Daten zu behalten.

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verdammt, ich weiß! also lasst mich in ruhe

Bevor ich jemanden verletze oder etwas zerstöre, wird es Zeit, dass ich mich mal empöre! Und zwar über die endlos nervigen Besserwisser, Datenschützer, Mein-Wohl-Woller: Lasst mich in Ruhe! Und liebe Redakteure: Springt doch nicht alle auf diesen Kreuzug gegen das Internet auf! Als gäbe es nichts Wichtigeres, über das es zu berichten lohnt.

Ich bin gebildet und alt genug. Ich weiß, dass Facebook all meine Daten speichert! Ich weiß, dass Google wahrscheinlich mehr Dinge über mich weiß als ich selbst. Und ja, ich bin doof genug, mich immer wieder bei neuen Plattformen anzumelden, auch wenn ich diese nicht lange nutzen werde. Dann weiß wieder jemand mehr, dass ich weiblich bin. So what? Die unbekannte Dame, die mir heute über den Weg gelaufen ist, die weiß das auch. Mein Geburtsdatum? Suchen Sie sich eins aus, liebe Datenverwalter! Und dass ein weibliches Wesen mit dieser IP-Adresse, das wahrscheinlich Maria heißt (dieser Name wird nunmal ziemlich oft eingegeben, aber ganz sicher können sich die Verwalter da auch nicht sein), besonders häufig Seiten von Netzwerken, Informationsmedien, Musikzeitschriften und Modeblogs aufruft – oh Wunder, sie ist tatsächlich weiblich!

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web vs. guttenberg

Rund 900.000 Personen weniger als noch 2010 lesen Tageszeitungen. Ein ziemlicher Verlust, vor allem bei den Regionalzeitungen. Überregionale Zeitungen konnten nämlich – im Gegensatz zu den regionalen Blättern – Leser gewinnen. Die Media Analyse zitiert Gerhard Müller, den Vorstand Tageszeitungen der ag.ma. Der sagt, dass die Reichweite insgesamt nicht sinke, sie verlagere sich nur ins Internet. Das dies keine befriedigende Antwort ist, steht außer Frage. In seinem Blog Gedankenstrich.org fasst Jan-Felix Schrape Thesen zum Thema Web vs. Zeitung zusammen: » Web vs. Massenmedien: Zurück zum Kaffeehaus?.

Ich glaube, dass das Web die Printmedien auf keinen Fall ablösen wird. Zumindest nicht in der Form Social Media statt Zeitungsartikel. Ein 140 Zeichen langer Tweet kann schließlich nur eine Aktualisierung oder einen Hinweis auf eine Nachricht geben, das was sie ausmacht – Hintergrund, Verortung, in Teilen eine Analyse – wird weiter in Artikeln ausgeführt werden müssen. Eine Konkurrenz zwischen Social Media und klassische Medien sehe ich nicht, eher eine Ergänzung des Journalismus.

facebooken für die forschung

Soziologen werten die Statusmeldungen auf Facebook aus und kommen so zu einem Stimmungsbild einer ganzen Nation. Denn anders als gemeinhin angenommen sind die Profile in sozialen Netzwerken eine Ausdehnung der Offline-Persönlichkeit ins Netz – und kein idealisiertes Selbstbild. Mehr interessante Thesen zu Forschung mit und über Facebook stehen im Zeit-Artikel.