Kategorie: Allgemein

journalism digitalism

Was auch immer die Digitalisierung mit unseren Geschäftsmodellen anrichtet, wenn wir journalistisch keinen Mist bauen, sondern eben jeden Tag exzellente Arbeit abliefern, vertrauen uns die Leute und erkennen unseren Wert.

Stefan Plöchingers Worte ins Ohr aller Journalisten, Verlegern und Entscheidern dieser Welt, dann freue ich mich schon auf mein neues Digital-Abo. Ganz vom Papier kann aber auch ich mich nicht trennen. Fürs Wochenende bleibe ich dem Zeitungspapierknistern treu …

gender wars

Zwei Anekdoten dieser Woche:

Die Universität Leipzig hat das generische Femininum eingeführt. Die weibliche Form wird von nun an in der Grundordnung angewandt. Nüchtern betrachtet, ist es aber völlig egal, welches Geschlecht dort genannt wird – die Grundordnung werden die wenigsten Studierenden oder außeruniversitären Personen je zu Gesicht bekommen. Dennoch hat diese Entscheidung – zu Recht – für Aufsehen gesorgt. Und egal wie mutig, sinnvoll, überfällig und einleuchtend man die Entscheidung des Senats hält, etwas komisch mutet es doch an, wenn von nun an von männlichen Professorinnen gesprochen wird.

In einer Zielgruppenanalyse sollte die Zielgruppe für eine neue App ermittelt werden. Weil zwei Drittel, also mehr als die Hälfte der Smartphone-Nutzer (und somit potentiellen Kunden), männlich sind, wurden die Frauen in der weiteren Analyse einfach übergangen. Nach Feststellung der männlichen Dominanz im Smartphonemarkt kamen Frauen in der Analyse gar nicht mehr vor, weder in der weiblichen oder neutralen Form, noch in den Handlungsempfehlungen. Daraus schließend lässt sich also feststellen, dass Apps  ausschließlich für Männer gemacht sind, auch und gerade die App Barbie Fashionistas. Kann man ja mal behaupten.

Es gibt noch viel zu tun, für die Geschlechterverständigung … vielleicht ein wenig Judith Butler zum Einstieg? Das wäre zumindest ein Anfang.

mit worten die fäulnis bekämpfen

Etwas ist faul im Staate, das dachte nicht nur der Offizier Marcellus in Hamlet, sondern auch Dominik Bartels und viele andere Slammerinnen und Slammer in Deutschland. Um auf die Fäulnis aufmerksam zu machen, hat Dominik Bartels zwanzig dieser Autoren gebeten, ihre Texte für eine Anthologie zur Verfügung zu stellen. Zusammengekommen sind 29 Geschichten, Erzählungen, Erlebnisse und Schilderungen des Deutschen Alltags. Texte, die den Blick auf die Ungerechtigkeiten in unserem Staat lenken. Und damit ist es mit der Gemeinsamkeit auch schon getan. Denn es sind Texte zusammengetragen worden, die sich in Form und Appell deutlich unterscheiden. So findet sich das Gedicht „Dann ist aber Schluss“ von Felix Römer neben einer satirischen Zukunftsversion „Die Erde schafft sich ab“ von Xóchil A. Schütz. Einige der Autoren rufen ihre Zuhörer/Leser wörtlich auf, etwas gegen das Unrecht zu unternehmen (Björn Högsdal), während wieder andere sich selbst und (Sebastian 23, Thomas Langkau) setzen.

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altersbestimmung anhand des bauches

Gestern habe ich den (wahrscheinlich) letzten Harry Potter-Teil gesehen. Meine Begleitung und ich waren ganz verrückt, wir haben uns den Film nicht in 3 sondern in 2D angesehen.
Hier eine Kurzkritik:
Ich glaube, 2D war eine gute Entscheidung. Der Film war großartig gestaltet mit Effekten, die mich in den Film hineinzogen und Perspektiven, die so genau waren, dass 3D völlig überflüssig war. Soweit zur Filmästhetik.
Die Geschichte ist eher dünn bis gar nicht vorhanden. Eigentlich besteht der Film aus dem Endkampf. Keine Abenteuer, die Harry bestehen muss und die zu neuen Erkenntnissen führen.
Schade, denn so fällt der fade Beigeschmack, den die filmische Teilung des letzten Buches mit sich brachte, erst recht auf. Ganz offensichtlich wollte hier jemand Geld verdienen.
Amüsant wird es dann zum Ende des Films: Die Episode „19 years later“ ist super. Ich habe selten so gelacht. Die Protagonisten sind eindeutig erwachsen. Woran man das erkennt? Sie haben dicke Bäuche. Ob David Yates wirklich glaubt, dass ein fatsuit einen 40-Jährigen macht? Vielleicht hätten es ältere Schauspieler auch getan.

don´t believe the hype

So, dieses google+ nun. Soll ja das bessere Facebook sein. Eigentlich soll es das bessere Internet sein. Es kribbelt in meinen Fingern, ich würde ja gerne dabeisein – die Revolution sozusagen hautnah miterleben. Zum Glück siegen manchmal die leisen Stimmen im Kopf.
Besser zusammenfassen als mbiebusch hätte ich es auch nicht können:

Über Privatsphäre: Google+