#zeitkiller

Achtung, dies wird ein Blogeintrag über das böse, böse Internet. Einer, der schon hundertfach von anderen geschrieben wurde. Aber ich möchte mich einreihen in die Warteschlange des Lebens.

Ich habe frei. Einen Tag ganz allein für mich. Es ist acht Uhr in der früh und ich bin wach. Ich habe keine konkreten Pläne für heute, deshalb koche ich mir einen Kaffee und hole den Laptop ins Bett. Ich checke meine Mails. Ich überfliege meine favorisierte Nachrichtenseite. Ich checke Facebook.

8.30 Uhr. Die Sonne scheint, ich könnte laufen gehen. Zuerst beantworte ich aber die Facebook-Nachrichten. Und es gibt neue Statusmeldungen. Ich lese die ersten zwei Absätze über die Tücken von angelamerkel.de und angela-merkel.de. Ich frage mich, ob das jetzt eine relevante Information für mich war.

8.48 Uhr. Ich beende meine fb-Nachricht und schreibe noch schnell eine E-Mail. Dabei stolpere ich geradewegs in meine rss-feeds hinein. Endlich habe ich mal Zeit die aufzuarbeiten. Ich lese. Nachrichten vom Februar 2013. Filmkritiken über Filme, die seit Monaten nicht mehr im Kino laufen. Ich beschließe, meine rss-Feeds aufzuräumen.

9.34 Uhr. Ich lösche. Damit ich aber trotzdem auf dem Laufenden bleibe, abonniere ich die gelöschten feeds in Facebook.

9.50 Uhr. Ich schreibe eine E-Mail an eine Freundin, die ich lange nicht gesehen habe. Ich checke Facebook.

10.13 Uhr. Neue Facebook-Up-Dates. Ich lese eine alte Nachricht darüber, dass Pofalla Dinge beendet. Das ist zwar unterhaltsam, aber weniger wichtig. Vielleicht beendet Pofalla ja die mich gerade überkommende Lethargie.

10. 24 Uhr. Ich könnte bloggen.

10.59 Uhr. Zum Laufen ist es zu spät. Ich sollte duschen. Nachdem ich den Blogpost fertig habe.

11.08 Uhr. Ich frage mich, wo die Zeit geblieben ist. Ich habe drei Stunden im Nirgendwo verbracht. An einem Nichtort. Oder an vielen verschiedenen Orten (ich war in Kanada, in Berlin, in München, in Kairo, in Geschäften für schöne Dinge …). Ich habe mit keiner Menschenseele gesprochen. Meinen Anteil an Gesprächen habe ich verschriftlicht abgegeben und warte jetzt auf die zeitversetzte Antwort. Das Internet ist großartig. Aber ich sollte es vor allem für berufliche Angelegenheiten und konkrete Anliegen nutzen. Und nicht den ganzen Vormittag im Bett liegen bleiben. Ich stehe jetzt auf. Ohne meine Mails zu checken. Versprochen.

 

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