gender wars

Zwei Anekdoten dieser Woche:

Die Universität Leipzig hat das generische Femininum eingeführt. Die weibliche Form wird von nun an in der Grundordnung angewandt. Nüchtern betrachtet, ist es aber völlig egal, welches Geschlecht dort genannt wird – die Grundordnung werden die wenigsten Studierenden oder außeruniversitären Personen je zu Gesicht bekommen. Dennoch hat diese Entscheidung – zu Recht – für Aufsehen gesorgt. Und egal wie mutig, sinnvoll, überfällig und einleuchtend man die Entscheidung des Senats hält, etwas komisch mutet es doch an, wenn von nun an von männlichen Professorinnen gesprochen wird.

In einer Zielgruppenanalyse sollte die Zielgruppe für eine neue App ermittelt werden. Weil zwei Drittel, also mehr als die Hälfte der Smartphone-Nutzer (und somit potentiellen Kunden), männlich sind, wurden die Frauen in der weiteren Analyse einfach übergangen. Nach Feststellung der männlichen Dominanz im Smartphonemarkt kamen Frauen in der Analyse gar nicht mehr vor, weder in der weiblichen oder neutralen Form, noch in den Handlungsempfehlungen. Daraus schließend lässt sich also feststellen, dass Apps  ausschließlich für Männer gemacht sind, auch und gerade die App Barbie Fashionistas. Kann man ja mal behaupten.

Es gibt noch viel zu tun, für die Geschlechterverständigung … vielleicht ein wenig Judith Butler zum Einstieg? Das wäre zumindest ein Anfang.

Ein Kommentar

  1. manorainjan

    Dass Smartphones hauptsächlich von Männern genutzt werden, halte ich für ein ganz dummes Gerücht.
    Es gibt keine Form des Computer die frauenkompatibler wäre, als ein modernes Smartphone.
    Schon in den Anfangszeiten der personal computer, damals mit einem ATARI ST, ist mir aufgefallen, dass es einen ganz einfachen Trick gibt, Frauen für Computer zu interessieren: Mit einem Chatsystem!
    Das funktioniert sogar, wenn der Chat von PC zu PC im gleichen Raum geht.
    Chatten, da stehen die Mädels drauf ;-)
    Und heutzutage kann man ja mit jedem Smartphone mit WhatsApp kostenlos chatten.
    Und dann kann man die Dinger auch noch „anziehen“, mit Cases in praktisch jeder Farbe inkl. Swarovski-pink.
    Und vibrieren tun die Dinger natürlich auch ;-)

    Diese „Zielgruppenanalyse“ war wohl echt für die Füße …
    Meine WA-Kontakte sind jedenfalls zu 60 % weiblich, also statistisch gesehen ;-)

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