be a beast

Es ist der Film des Jahres. Punkt. Viel mehr brauche ich eigentlich nicht sagen über Beasts of the Southern WildAußer vielleicht, dass der Film mich beim filmfest Braunschweig regelrecht umgehauen hat. Grandios gefilmt, eindrucksvolle Bilder vom überschwemmten New Orleans, ein einfacher wie absolut stimmiger Soundtrack und vor allem: eine umwerfende Hauptdarstellerin umringt von tollen Laiendarstellern, denen man das Laientum nicht anmerkt.

Hushpuppy ist gerade einmal sechs Jahre alt, versteht aber so viel mehr vom Universum und wie alles zusammenhängt als die Menschen hinter dem Staudamm, dort wo es trocken ist. Und auch viel mehr als wir, die wir vor der Leinwand im bequemen Sessel sitzen. Sie erzählt von ihrem Leben im Bathtub, wo sie sich mit ihrem Vater wohnt und den anderen Bewohnern auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereitet. Der ist hier viel präsenter vor dem Damm als hinter der Betonwand, die die Stadtbewohner vor dem Meer schützt und wo hässliche Industrieschlote rauchen.

Draußen im Ufergebiet lernt sie in einer wilden, mythologischen Welt zu überleben, lernt zu kämpfen. Anzukämpfen gegen eine unwirtliche Natur, die die Menschen erschaffen haben. Anzukämpfen gegen ihre Ängste, die sich in furchteinflößende Auerochsen manifestieren. Bildgewaltig umgesetzt von Benh Zeitlin, der Hushpuppy so viel Raum gibt, dass diese Welt zu ihrer Heimat wird.

Wer die Chance hat, den Film im Original zu sehen, sollte das unbedingt tun. Leider verliert Hushpuppys Stimme in der deutschen Synchronisation alles Trotzige, Kluge und Selbstbewusste und aus einem Mädchen, das es furchtlos mit Auerochsen aufnimmt, wird ein niedliches, zu beschützendes Mädchen, dem zumindest stimmlich all der Mut fehlt, den Hushpuppy ausmacht.

Wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dem sei die Rezension in der SZ vom 19.12.2012 von Tobias Kniebe empfohlen. Ich empfehle nur: Seht euch diesen Film an. Werdet Biester! Beasts of the Southern Wild.

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