rock´n´roll am sonntagabend

Der Tagesspiegel berichtet von furchtlosen Kriegern, die unterwegs sind im deutschen Fernsehen. Genauer im deutschen Spartenfernsehen. Was schade ist, denn Charlotte Roche und @Jan Böhmernann revolutionieren zwar nicht das Fernsehen, wie es im Pressetext heißt, aber sie sind Moderatoren des sicher interessantesten und kurzweiligsten Fernsehformate der vergangenen Jahren.

Während Günter Jauch in der ARD durch seine perfekt geplante Talkshow führt, versuchen Roche & Böhmermann auf zdf.kultur ihre fünf Gäste aus der Maschinerie einstudierter PR-Strategien zu locken. Das gelingt nicht immer, aber das macht nichts. Denn Scheitern gehört hier genauso dazu wie der Zigarettenqualm und der Wiskey, der den Gästen serviert wird. Bestenfalls entwickeln sich packende Gespräche, schalten sich alle Gäste in alle Gespräche ein, stellen Fragen und kritisieren auch mal offen die Moderatoren.

Jan Böhmermann hat die Rolle des Provokateurs inne, schlägt sich in dieser links orientierten Sendung offen auf die Seite der Polizisten („mein Vater war Polizist“) und bohrt dort nach, wo es wehtut (zum Beispiel bei Sido, Britt Hagedorn, Rocko Schamoni(erfolglos)). Er trinkt und raucht als Nichtraucher und Nichttrinker, nur um Farin Urlaub zu zeigen, dass sein kurzfristiges Fernbleiben von der Sendung überhaupt keinen Einfluss hat. Dieser hatte sich geweigert, einer Sendung ein Forum zu bieten, in der geraucht wird – der Entschluss fiel in der Gradrobe.

Charlotte Roche dagegen ist den Gästen näher, viele kennen sie schon von früher und besonders die älteren Männer kommen offensichtlich wegen ihr. Im Laufe der Sendung hat sie die Rolle der Regisseurin angenommen: Sie passt auf, dass alle zu Wort kommen (die wollen. Manche Gäste sind auch sichtlich gelangweilt und wollen gar nicht reden).

Ihren Charme hat die Sendung vor allem auch wegen der Einspieler, die jeden Gast vorstellen, wegen des Zensur-Knopfs, des Zurückspulens, Einfrierens und den vielen kleinen Ideen, die die Gesprächsrunde auflockern.

Das Plädoyer des Tagesspiegels für mehr furchtlose Fernsehredakteure und weniger ängstliche Sendechefs möchte ich hier mit Nachtruck unterschreiben. Verbunden mit der Hoffnung, dass sich mehr Sender trauen, was derzeit vor allem im Digitalfernsehen ausprobiert wird.

Dass sich damit nämlich sehenswertes Fernsehen machen lässt, davon kann man sich vor der Sommerpause im Mai an diesem und nächsten Sonntag um 22 Uhr überzeugen. Wer zdf.kultur nicht empfängt kann die Sendung im Livestream in der ZDFMediathek ansehen.

Auch lesenswert die Kritik der ersten Sendung im März des Magazins Freitag.

4 Kommentare

  1. Pingback: … und am ende der show ist da soviel ungutes gefühl | Frau_Pö
  2. Der Monarch

    Guten Tag!

    Meine sehr verehrten Damen und Herren, werthe Jünger der absolut göttlichen Frau Roche:

    Das TV-Format ROCHE & BÖHMERMANN ging in die Sommerpause, um Anfang Settembre dieses Jahres in die zwote Runde zu gehen – sicherlich ist Ihnen diese Tatsache sattsam bekannt.

    Zdfkultur nun – just jener Sender, dem wir die Rückkehr der Göttin auf unsere Televisionsschirme verdanken – geht daran, die ersten acht Sendungen plus eines Best-Of-Zusammenschnitts zu wiederholen, jeweils am altbekannten Sendeplatz am Sonntag. Mir will scheinen, dass Montags des Abends auch eine Wiederholung läuft, werfen Sie also einen Blick in Ihr TV-Programm.

    Wer die umwerfende, einzigartige, unvergleichlich anmutige und vor Schlagfertigkeit und Charme nur so sprühende Moderatorin in ihrem neuen TV-Format noch nicht zu sehen die Gelegenheit hatte oder die Sendungen nochmals sehen möchte (ein nur zu verständlicher Wunsch), dem sei obiger sonntäglicher Termin wärmstens anempfohlen.

    Ebenso sei einmal mehr auf die zdfmediathek verwiesen, wo alle Sendungen abrufbar sein sollten.

    Allen noch einen gemütlichen Abend
    Der Monarch

  3. Der Monarch

    Guten Tag!

    Je nun, zwo Wünsche sind´s, die ich in direktem Zusammenhange mit der unvergleichlichen, anbetungswürdigen Frau Roche lange Zeit schon mit mir herumtrage – einen davon sehe ich nunmehr erfüllt: Die Rückkehr der lieben Frau in einem ihren Fähigkeiten entsprechenden Talk-Format, dazu noch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, wer hätte sich das jemalen gedacht. Dies kommt in der Tat einem medialen Erdbeben gleich, wiewohl ich nicht ganz verhehlen möchte, dass es mir persönlich unendlich mehr gefallen hätte, wenn man Frau Roche die Moderation von „Wetten dass…“ übertragen hätte.

    Wohlan, der zwote große Wunsch in Zusammenhange mit der großartigen Frau Roche, nämlich mit den Lippen die Dielen zu berühren, welche die Göttin zuvor unbeschuhten Fußes beschritt, hat realistischerweise ausgesprochen wenig Aussicht in Erfüllung zu gehen, will aber der Vollständigheit halber zumindest als Randbemerkung bzw. Fußnote Erwähnung finden.

    Meine Damen und Herren: Freuen wir uns auf hoffentlich viele, viele Sendungen des Formats ROCHE & BÖHMERMANN!

    Es lebe Frau Roche, eine wahre GÖTTIN – in der Tat und auf die Gefahr mich erneut zu wiederholen: Frau Roche ist schlichtweg GÖTTLICH. Ihre Klugheit, ihre Schlagfertigkeit, ihr Witz und Charme sind ebenso einzigartig und erlesen wie die physische Anmutung ihrer so überaus exquisiten stofflichen Erscheinung, welche, wie man anhand der neuen Sendung festzustellen die Gelegenheit hat, jüngst sogar noch gewonnen hat – kaum zu glauben, aber wahr:

    Die Göttin ist bezaubernder denn je, absolut hinreißend – überzeugen Sie sich bei der nächstbesten Gelegenheit im TV.

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