mit worten die fäulnis bekämpfen

Etwas ist faul im Staate, das dachte nicht nur der Offizier Marcellus in Hamlet, sondern auch Dominik Bartels und viele andere Slammerinnen und Slammer in Deutschland. Um auf die Fäulnis aufmerksam zu machen, hat Dominik Bartels zwanzig dieser Autoren gebeten, ihre Texte für eine Anthologie zur Verfügung zu stellen. Zusammengekommen sind 29 Geschichten, Erzählungen, Erlebnisse und Schilderungen des Deutschen Alltags. Texte, die den Blick auf die Ungerechtigkeiten in unserem Staat lenken. Und damit ist es mit der Gemeinsamkeit auch schon getan. Denn es sind Texte zusammengetragen worden, die sich in Form und Appell deutlich unterscheiden. So findet sich das Gedicht „Dann ist aber Schluss“ von Felix Römer neben einer satirischen Zukunftsversion „Die Erde schafft sich ab“ von Xóchil A. Schütz. Einige der Autoren rufen ihre Zuhörer/Leser wörtlich auf, etwas gegen das Unrecht zu unternehmen (Björn Högsdal), während wieder andere sich selbst und (Sebastian 23, Thomas Langkau) setzen.

Wie Patrick Salmen im Vorwort sagt, nicht jeder Text muss gefallen und nicht jeder Text kann gefallen. Und trotzdem sind alle Texte lesenswert. In ihnen stecken messerscharfe Analysen des Alltags, politische Positionen, über die es nachzudenken lohnt. Und ganz nebenbei stecken in der Anthologie literarische Kunstwerke, die nicht nur wegen ihres Inhalts, sondern auch aufgrund ihrer Form überzeugen.

Persönlich berührt haben mich die Geschichten von Henning Chadde und Thomas Langkau, die aus unterschiedlicher Perspektive über Afghanistan-Soldaten erzählen – dass es dieses Leid gibt, vergesse ich viel zu schnell. Anderen Lesern wird es mit Sicherheit mit anderen Themen so ergehen. Und so ist diese Anthologie eine große Fundgrube gesellschaftskritischer Themen, aber nicht dröge, sondern unterhaltsam, kurzweilig und vielseitig.

Mit dieser Zusammenstellung hat Dominik Bartels bewiesen, dass er ein Händchen für gute Texte besitzt. Ich bin zuversichtlich, dass er dieses Können auch beim Poetry Slam am 17. Februar im LOT-Theater unter Beweis stellt. Dann feiert er nämlich Premiere als neuer Slam-Moderator.

Etwas ist faul im Staate ist erschienen im Blaulicht-Verlag.

Klappentext:

Literatur muss nicht wehtun, aber sie kann es , meint Patrick Salmen. Namhafte Vertreter der deutschen Poetry Slam- und Lesebühnenszene wie Sebastian 23, Pierre Jarawan, Andreas Weber, Xochil A. Schütz, Johanna Wack, Felix Römer, Björn Högsdal, Henning Chadde u.a. beleuchten die Lage der Nation auf satirische, poetische oder kritische Weise. Ein Genuss für alle, die noch einen Rest Revolution in sich tragen!

Über Dominik Bartels:

Im Jahre 2006 erschien sein erster Roman „Black Taxi“, der von Presse und Kritik positiv bewertet worden ist. Bartels kann zudem auf zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Fanzines verweisen. Eine Vielzahl von Lesungen im gesamten Bundesgebiet haben ihm zudem eine überregionale Bekanntheit verschafft.

Dominik Bartels gewann in den letzten Jahren mehr als 50 Poetry Slams im gesamten Bundesgebiet und qualifizierte sich 2009, 2010 und 2011 für die deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften. Damit bewies er eindrucksvoll, dass seine Literatur auch auf der Bühne erfolgreich ist.

(Dieser Text wurde für die Kategorie „Buch der Woche“ des KingKing Shops geschrieben.)

Ein Kommentar

  1. Klaus Knodt

    Klasse, was Sie machen. Sehr persönlich, sehr differenziert, und sehr engagiert. Frau_Pö hat meine Höchstachtung, kriegt drei Chapeaus, einen Stern für ihren unaufgeregt eindringlichen Stil, und noch einen halben für die fies einlullende Werbeoptik. Super Komplettpaket.

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