pathetic moments

Lasst es mich so formulieren: Ich fühle mich gerade so pathetisch-melancholisch gut und gleichzeitig frei, stark und dass mich nichts erschüttern kann … irgendwie fühlt sich mein Leben jugendlich an, mit ein wenig Distanz. Also ziemlich gut. Schuld daran sind insbesondere ein Buch und ein Film.

Beim Internationalen filmfest Braunschweig habe ich Submarine gesehen. Das Spielfilmdebut des britischen Regisseurs Richard Ayoade ist ein coming-of-age Film, spielt in Wales und ist einfach großartig. Ein Film, der die Gefühle und winzigen Beobachtungen von Protagonist Oliver Tate einfängt. Ein Film, der Gefühle in Bilder umsetzen kann. Was bestimmt damit zusammenhängt, dass er im Stil von Musikvideos gedreht wurde, mit viel Feuerwerk und grellbunten Sonnenbrillen, mit Super 8-Filmschnipseln und Polaroid-Pictures, mit Slow-Motion-Momenten und Freezed Gestures. Dazu ein eigens komponierter Soundtrack, zum Teil mit Liedern von Alex Turner, Sänger der Arctic Monkeys.

Herzzerreißend, wie Außenseiter Oliver Tate seiner ebenso nerdige Klassenkameradin Jordana sein Herz schenkt und sich ihrs erkämpft. Rührend, wie er durch die tägliche Kontrolle des elterlichen Schlafzimmers deren Ehe analysiert und sie zu retten versucht. Und erfrischend, mit welcher systematischen Interpretation sein und das Leben seines Umfelds kommentiert.

 

Und passend zu diesem Film habe ich tags zuvor The Perks of Being a Wallflower (Vielleicht lieber morgen) von Stephen Chbosky zu Ende gelesen. Das Buch handelt von Charlie, dessen Verhalten tatsächlich manchmal etwas seltsam ist, und seinem Versuch, am Leben teilzunehmen. In Briefform erzählt er dem Leser das High School-Leben aus seiner Sicht, analysiert und kommentiert das Verhalten seiner Umgebung. Dabei zeigt er für jeden Verständnis, sucht nach Beweggründen und Erklärungen. Genauso wie Oliver Tate aus Submarine ist es die gewisse Naivität, das Altkluge aber auch dieses Aus-der-Welt-sein, mit der er einen sofort für sich einnimmt.

Und dann schleicht es sich von innen, aus der Bauchgegend bis in den Kopf, das Gefühl, die ganze Welt liegt vor einem mit unendlich viel Zeit, sie zu entdecken. Und dass es jetzt viel wichtiger ist, den Moment zu genießen, schließlich leuchten die knallgelben Blätter gewiss nicht mehr lange unter dem klaren Herbsthimmel.

Zeit, die Jugend zu feiern

2 Kommentare

    • Maria

      Sehr zu empfehlen ist auch Mad Circus vom spanischen Regisseur Alex de la Iglesia … in theatres soon

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