das gefühl bleibt

Gestern sollte es soweit sein: Das „Gefühl, die Region Braunschweig habe eine gute Kreativwirtschaft vorzuweisen“, sollte mit harten Fakten untermauert werden.

Die Stiftung Nord/LB-Öffentliche hat vor eineinhalb Jahren bei dem Kulturwirtschaftsforscher Michael Söndermann eine Studie in Auftrag gegeben, die Fakten liefern sollte – ob sie nun das Gefühl bestätigen oder nicht. Sie sollte eine Grundlage für eine Diskussion sein, sie ist eine reine Datenerhebung. Das bedeutet auch, dass Söndermann keine Handlungsvorschläge liefert.

Warum das Ganze? Nun, in Braunschweig und der Region herrscht Fachkräftemangel. Das ist kein Geheimnis. Und die Entscheider glauben, dass ein kreatives Umfeld dazu beiträgt, Fachkräfte in die Region zu locken.

Gestern also sollten das Potenzial für die Kultur- und Kreativbranche der Region eruiert werden. Eines vorweg, die Studie wurde nicht von Herrn Söndermann vorgestellt. Es wurden einige Zahlen und Vergleiche gezeigt. Den Zusammenhang der Zahlen, die Folgen daraus, das wurde leider nicht diskutiert.

Natürlich wurde auch ein vorzeitiges Fazit gezogen, nämlich, dass die Region im Großen und Ganzen gut aufgestellt sei – eben das, was das Gefühl schon vor der Studie sagte. Warum die Region gut aufgestellt ist, wurde nicht beantwortet.

Es wurde aber auch gesagt, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft weit unter dem Potenzial liegt, das für die Region erwartbar wäre. Im Anschluss an die sehr positive Darstellung der Studie, betonten dann auch alle Beteiligten, dass noch viel getan werden müsse.

Es müssen Strukturen geschaffen werden, die die Absolventen der Hochschule für Bildende Künste an die Region binden. Es müssen Räume für kreatives Arbeiten geschaffen werden. Und nicht zuletzt muss die Kreativität der Region in die Region integriert werden. Denn was nützen Galerien und Präsentationsräume, wenn die Bewohner, die Käufer und die Rezipienten gar nicht wissen, was es hier gibt. Nur so wird die Region eine Chance haben, auch überregional als Kreativregion wahrgenommen zu werden.

Welche Schlüsse aus der Studie gezogen werden, müssen nun  die Verantwortlichen entscheiden. Soll man sich auf die Stärken (Software und Games) konzentrieren oder die Schwachen (Rundfunk) unterstützen? Was auch immer bei den Beratungen, Verhandlungen, Ausschusssitzungen herauskommt – wichtig ist, dass schnell gehandelt wird. Bevor noch mehr Kreative nach Berlin oder Hamburg abwandern.

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