und jetzt geradeaus in die welt, bitte

Das Wochenende habe ich an der HBK verbracht, zum Rundgang =  Kunstgucken, Zuhören und Tanzen. Am Ende des Sommersemesters zeigen die jungen Künstler der Öffentlichkeit, woran sie gearbeitet haben. Und das ist einfach sehr gut. Grundklassen neben Diplomarbeiten, den Unterschied sieht man manchmal, aber nicht immer.

Es ist schon erstaunlich, was die Studenten auf die Beine stellen, austellen, vorstellen. Ziemlich viel nämlich. Ich denke, niemand hat es geschafft, alles zu sehen. Ich zumindest nicht, obwohl ich an vier von fünf Tagen dort war.

Und jetzt sitze ich hier und weiß nicht, wo ich anfangen soll, was erzählen, was weglassen.

Vielleicht, dass mir aufgefallen ist, dass der Schlaf sich als Thema durch viele Arbeiten zog. Da lag jemand schlafend in einer Blechbadewanne oder im düsteren Wissenschaftlerzimmer.

Oder ich erzähle von dem großartigen Raum der Klasse Dahlem. Man trat ein in eine bunte Welt, zusammengezimmert aus allerlei Alltagsgegenständen und Spielzeug. Bilder und Skizzen an der Wand, Textfragmente auf einem Tisch. Erde, schimmelnde Getränke, Gardinen … Bunt, schrill und auch nachdenklich. Und zu viel, um alles zu entdecken.

Toll waren auch die Diplomarbeiten der Kommunikationsdesigner. Auf wirklich intelligente Weise wurden die Haltung, die man bei einem Museumsbesuch einnimmt, die Mixtur zweier Kulturen, Mythen und Starmythos thematisiert.

Fasziniert stand ich vor der Diplomarbeit eines freien Künstlers (dessen Namen ich vergessen habe) und musste minutenlang überlegen, ob das wirklich nur Farbe an der Wand ist oder doch ein Wollfaden, der übertüncht wurde.

Und dann war da noch der interaktive Film: Anhand von Gesichtserkennung kann sich der Zuschauer in dem Film bewegen. Man bestimmt selbst, worauf die Aufmerksamkeit gelenkt werden soll. Und behutsam führt einen der Film weiter, selbst wenn es düster wird und man eigentlich nicht mehr will. Genial.

Spannend waren nicht nur die Arbeiten, auch die Ausstellungsräume: Die Kunsthochschule öffnet sich, geht in Leerstände, in Parks, in Wohnungen. Und schafft damit eine ganz neue Herangehensweise an die Kunst.

Wer wie ich noch nicht genug vom Rundgang 2011 hat, kann sich auf der Internetseite einen umfassenden Überblick verschaffen – ich kann es nur empfehlen. Und jetzt, junge Künstler, steuert geradeaus eine hoffentlich erfolgreiche Karriere an!

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