fräuleingeplauder

Vor einiger Zeit habe ich mich über das Missy Magazin unterhalten und wir kamen in diesem Zuge auf Fräulein zu sprechen. Was hat es mit dem neuen Magazin auf sich? Ist es eine echte Konkurrenz für Missy? Vor allem ist es viel günstiger und im Zeitschriftenregal viel präsenter. Also habe ich mich auf zum nächsten Kiosk gemacht und in die zweite Ausgabe hineingelesen.

Und ich muss sagen: Enttäuschend.

Fräulein ist ein Magazin, das sich auf das Detail konzentriert. Es möchte in unserem immer schneller werdenden Leben wie ein Anker sein. Sich Zeit nehmen für Handarbeit, liebevoll recherchierte Geschichten und verspieltes Design. Fräulein … bezieht eine klare Haltung!

– so heißt es in der Selbstbeschreibung. Nur leider ist im Heft davon nichts zu finden.

Welche Details? Die Seiten sind vollgepackt mit irgendwelchen überteuerten Lippenstiften, Handtaschen, Schuhen, Armbanduhren. Die Seitengestaltung sollte bestimmt eine Collage sein, man kann es aber auch wahllos ausgeschnitten und aufgeklebt nennen.

Verspieltes Design geht anders.

Handarbeit? Ja, aber ein Schnittmuster für eine Bluse von Paul Smith macht noch keine Handarbeit.

Liebevoll recherchierte Geschichten? Bitte?! Kein Artikel auf den 184 Seiten ist ausreichend recherchiert. Meistens erfährt man von den im Heft vorgestellten „Fräuleins“ nicht mehr als in der Übersicht bei Wikipedia. Da wird Phrase an Phrase gehängt. Und geht es doch mal näher an die Person heran, dann wird über Themen Liebe, Männer und Mode gesprochen.

Ganz zu schweigen von den Modestrecken: Nur weil es eine Frauenzeitschrift ist, ist es nicht weniger sexistisch, wenn die Models in knappen Bikini und mit gespreizten Beinen vor dem Fotografen sitzen. Und was bitteschön soll eine Fotostrecke über Handtücher?

Alles in allem ist Fräulein eine ganz normale Frauenzeitschrift. Mit den selben Themen wie eine Jolie, Amica und wie sie alle heißen. Dem Anspruch, sich von diesen abzuheben, wird das Heft aber keinesfalls gerecht.

Beim nächsten Zeitschriftenkauf beziehe ich Haltung: und lass Fräulein liegen.

3 Kommentare

  1. Julia

    Ich wollte dem Magazin auch eine Chance geben, war aber ebenso enttäuscht wie du. Die Themenwahl ist durch die Bank so grottenlangweilig, die Interviews zum einschlafen und ohne spannende Fragen, die Artikel einfach nur schlecht geschrieben. Die 2 Euro nicht wert.

  2. woyzek

    wer ist da denn bitte in der redaktion, eva hermann?
    die selbstbeschreibung klingt ja wie aus dem editorial des monatsheftes des christlich sozialen mädchenbundes…

    • Maria

      Chefredakteur ist ein Mann: Götz Offergeld. Stellvertretender Chefredakteur (rate!) ein Mann. Dann wird es gemischter.

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