sympathien für singende loser

Kann mir einer verraten, warum ich Glee verfallen bin? Zwei Staffeln lang habe ich pubertierenden amerikanischen Teenagern dabei zugesehen, wie sie sich verlieben, wie sie einander den Freund ausspannen, wie sie um Anerkennung kämpfen, wie sie von den Mitschülern „geslusht“ werden. VIERUNDVIERZIG Folgen. Ich kann die dritte Staffel kaum erwarten. Und ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin.

Auch wenn die Kassiererinnen bei REWE mich regelmäßig mindestens 10 Jahre jünger schätzen, bin ich doch eigentlich den Highschoolmovies entwachsen. Und Glee hat vieles davon: Es gibt den Quarterback, die schöne Cheerleaderin, ihre zwei hübschen, aber dummen Freundinnen, die Außenseiterin, denn Outlaw und „the Asian-Guy“. Glee bedient sich aller Klischees und Stereotypen. Treibt sie bis zur Spitze, um dann mit ihnen zu brechen.

Todernst steht die Außenseiterin vor ihrer großen Liebe und erklärt ihm, dass sie nicht mit ihm zusammen sein kann, weil sie ein Musical-Star werden will – unnötig zu erwähnen, dass ihr Gegenüber der beliebteste, größte und bestaussehenste Junge der Schule ist. Im nächsten Augenblick stehen die beiden auf der Bühne und singen herzzerreißend von bedingungsloser Liebe.

Wie so oft dient die Musik hier als Ausdruck der Wahrheit, als Spiegel. Dabei ist sie nicht – wie in anderen Musicalfilmen – nervig, schlecht gesungen und omnipräsent. Die Musik ist einfach da. Was sie so glaubwürdig macht, ist neben der natürlichen Form (gesungen wird nur auf der Bühne oder in der Phantasie) sondern auch, dass es fast ausschließlich aktuelle Popsongs sind, die von den Charakteren zitiert und interpretiert werden. Erwischt man sich nicht selbst oft genug beim Singen einer Textzeile, kommentierend zur gerade erlebten Situation?

Und dann sind da noch die klischeehaften Highschoolgefühle, die den Reiz der Serie ausmachen: Denn tief im Inneren, träumen wir da nicht alle davon, dass uns unser Prom-Date tief in die Augen schaut und sagt wir seien das schönste Mädchen der gesamten Schule? Davon, Freunde zu haben, die manchmal die Familie ersetzen? Und träumen wir nicht alle davon, von Erfolg, Liebe und Glück träumen zu dürfen.

Mit Zuversicht in eine ungewisse Zukunft zu sehen?

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